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Topos Widerstand: Lebers Kohlenhandlung

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Foto: Bertold Prächt

Foto: Bertold Prächt

Erinnerungskultur ist mit authentischen Orten verbunden. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand hat ihren Ort in dem Gebäude, wo das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 geplant wurde, wo man Stauffenberg und seine Vertrauten ermordete. Der Widerstand eines anderen Beteiligten an der Vorbereitung des Attentats, des Sozialdemokraten Julius Leber, wurde konspirativ von einer Kohlenhandlung in Berlin-Schöneberg aus organisiert. Das Gebäude der Kohlenhandlung, wie sie von Annedore Leber in den 1950er Jahren betrieben wurde, steht noch. Eine Bürgerini­tiative möchte hier einen Lern- und Gedenkort schaffen.

Der Fotograf Berthold Prächt hat das Gebäude der Kohlenhandlung, wie es heute steht, sein Umfeld und die Menschen im Bild festgehalten. Ergänzt werden diese Bilder durch Fotos von Annedore und Julius Leber, ihrem Widerstand gegen Hitler und Kampf für die Demokratie.

Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung durch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, den Stadtteilverein Schöneberg e.V. und das Aktive Museum e.V.

Ausstellung: 28. August bis 25. September 2015
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr 14–18 Uhr, Di nach Vereinbarung

Rahmenprogramm

Fr 28. August, 19–21 Uhr
Ausstellungseröffnung

Mit: Berthold Prächt (Fotograf), Angelika Schöttler (Bezirksbürger­meisterin von Tempelhof-Schöneberg) und Christine Fischer-Defoy
(Vorsitzende Aktives Museum e.V.): »Die Bedeutung authentischer Orte für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus«
Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

Do 3. September, 19–21 Uhr
Julius Leber – Ein Sozialdemokrat zwischen Vaterlandstreue und Tyrannenmord?

Vor 70 Jahren wurde der Sozialdemokrat Julius Leber ermordet, weil er an der Vorbereitung des Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944 beteiligt war. Sein Widerstand gegen den Nationalsozialismus, den er gemeinsam mit seiner Frau Annedore von der Schöneberger Kohlenhandlung aus organisierte, ist heute vielen bekannt. Julius Lebers Herkunft aus dem in seiner Jugend deutschen Elsass prägte seine starke europäische Orientierung; als Offizier im Ersten Weltkrieg hatte er eine von der Mehrheit der SPD abweichende Meinung zum Militär; als Reichstagsabgeordneter in der Weimarer Republik verteidigte er die Demokratie gegen ihre Feinde.

Mit: Ruth Möller (Autorin des Buchs: »Julius Leber. Vordenker des Staatsbürgers in Uniform« gemeinsam mit Claus Jander), Heiner Wörmann (Autor des Bandes »Widerstand in Schöneberg und Tempelhof«)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

Sa 5. September, 15–17.30 Uhr
Die Rote Insel mit Lebers Kohlenhandlung
Ein Stadtrundgang zu Arbeitermilieu und Widerstand

Das Areal zwischen den Gleisanlagen der Nord-Süd-Bahn S2, der Wannseebahn S1 und der Ringbahn wird landläufig als »Insel« bzw. seiner historischen Eigenschaft eines proletarischen Wohnquartiers wegen als »Rote Insel« bezeichnet. Die Weltgeschichte von 100 Jahren ist hier wie in einem Brennspiegel verdichtet: Militär- und Eisenbahn­geschichte, Industrieansiedlung und Massenwohnungsbau, die Politik der großen und kleinen Leute, Arbeiter*innenbewegung, Faschismus und Widerstand haben Spuren in der Lokalgeschichte hinterlassen.

Mit: Andreas Bräutigam, Gisela Wenzel und Ruth Zantow (Berliner Geschichtswerkstatt e.V.)
Beitrag 5 €, der Treffpunkt wird nach der Anmeldung bekanntgegeben

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

Do 17. September, 19–21 Uhr
Annedore Leber – ausbilden, aufklären, kämpfen

Es war Annedore Leber, die viele Jahre – vor und nach dem Krieg – die Kohlenhandlung in der Torgauer Straße führte. Diese Jahre waren verbunden mit einem dauernden Einsatz für die Demokratie, die Zukunft der Jugend und damit, den Nationalsozialismus und den Widerstand vor dem Vergessen zu bewahren. Nach 1945 prägte sie als Berliner Stadtverordnete, Bezirksverordnete und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses den demokratischen Wiederaufbau. Sie gründete einen eigenen Verlag, in dem Bücher über Widerstandskämpfer*innen erschienen. 1947 wurde Annedore Lizenznehmerin der Tageszeitung »Telegraf«. In den 1950er Jahren baute sie ein Berufsbildungswerk für benachteiligte Jugendliche auf, um aus den katastrophalen Erfahrungen der Zwanziger Jahre Konsequenzen zu ziehen.

Mit: Gisela Notz (Historikerin und Sozialwissenschaftlerin) und
Margrit Zauner (Vorstandsvorsitzende des Berufsbildungswerks Berlin e.V.)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

Fr 25. September, 19–21 Uhr: Finissage
Kohlenhandlung und kollektives Gedächtnis
Die Auseinandersetzung um einen Lern- und Gedenkort

Die Zukunft der Kohlenhandlung ist noch nicht entschieden. Wir sprechen über die Initiative für einen Lern- und Gedenkort – und was werden könnte. Wir fragen: Was ist ein angemessener Umgang mit einem historischen Ort wie Lebers Kohlenhandlung?
Mit: Martina Fiebelkorn (Vorsitzende des Stadtteilvereins Schöneberg e.V.) und Martin Düspohl (Leiter des Friedrichshain-Kreuzberg Museums –angefr.)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de


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